Inselgespräch

Es ist schön etwas wieder zu entdecken

Heute haben mein Mann und ich nach dem Aufwachen noch im Bett unseren ersten Kaffee getrunken und dann etwas neues Altes ausprobiert. Ich bin diese Woche an die Inselgespräche erinnert worden. Eine Übung, die auf das Inselmodell von Vera Birkenbihl gründet. Ich selbst bin zum ersten Mal in meiner Ausbildung damit in Berührung gekommen.

Diese Insel stellt die Welt eines jeden Menschen dar. Sie ist geprägt mit der jeweiligen Kultur, den persönlichen Gewohnheiten, Vorstellungen und Meinungen.Hinzu kommen noch die Erinnerungen, Erfahrungen und die Erziehung aus der Vergangenheit, die uns zu dem gemacht haben, wer wir sind, wie wir denken und wie wir fühlen. Dadurch haben wir unsere eigene Wahrnehmung unser eigenes Leben und Alltag.
Es macht keinen Sinn, in Beziehungen diese Inseln in sich anzugleichen. Viel mehr macht es Sinn, über die eigene Insel zu sprechen und den anderen einzuladen, die eigene Insel besser kennenzulernen. Dazu ist es jedoch wichtig, dass wir miteinander kommunizieren.

Gast und Gastgeber

In einem Inselgespräch laden wir unseren Partner auf unsere Insel ein. Wir erzählen im was uns gerade beschäftigt, wie es uns damit geht, was gut läuft und was weniger gut ist. Jeder bekommt die selbe Zeit. Es kann von 10 Minuten bis zu 30 Minuten sein. Da sollte jedes Paar für sich spüren, was am Besten ist. Ich empfehle mit 10 Minuten zu beginnen.

Wichtig ist, jeder erzählt von sich, der andere quatscht nicht dazwischen, greift danach das gesagte nicht in seinem Gespräch auf und auch nach der Redezeit wird nicht darüber gesprochen. Es wird ein Wecker gestellt, dass die Zeit eingehalten wird. Wenn es klingelt, hat jeder noch Zeit seinen Satz zu beenden. Als Abschluss bedankt sich der Zuhörer mit den Worten: Vielen Dank, dass du mich auf deine Insel eingeladen hast, ich liebe dich, Danke!
Der Abschluss ist eine abgewendete Form aus dem hawaiischen Heilungsritual Hoʻoponopono.

Einfach sein

Warum ich diese Übung so genial finde? Es darf einfach alles nur sein. Ich erzähle von mir und meinen Gedanken. Einfach von dem was mich gerade beschäftig und ich bekomme weder Lösungen noch Beschwichtigungen. Durch dieses einfach nur sein, bekommen die Dinge Raum und Beachtung. Ich habe das Gefühl, dass darin schon die Veränderung und Lösung steckt. Der Raum den jeder bekommt ist nur für ihn alleine, ich kann erzählen und ich darf auch nur zuhören. Einfach nur so. Es fühlt sich wunderbar an und ich kann es jedem nur sehr empfehlen. Danke Maren Martschenko, dass du mich wieder daran erinnert hast und danke an meinen Mann Wolfram, dass du dich eingelassen hast. Maren selbst hat den Impuls von Einfach Liebe, eine inspirierende Seite zu entspannter Sexualität.

Mein Mann hatte die Befürchtung, dass 10 Minuten ganz schön lange sind und er es eventuell unangenehm finden würde, wenn seine Zeit dann nur noch mit Schweigen gefüllt wird. Als der Wecker nach seiner Redezeit klingelte, war er doch sehr überrascht wie kurz 10 Minuten sind. Wir freuen uns auf nächste Woche und haben ein neues Beziehungsritual.

Herzliche Grüße

Manuela

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